Die Deutschen sind nach einer Studie europaweit am stärksten um ihre Sicherheit besorgt. Im "Security Index", den das IT-Unternehmen Unisys Deutschland vorlegte, wurden die Sicherheitsbedenken der Deutschen mit einem Wert von 160 als hoch eingestuft, während der europäische Durchschnitt bei 114 liege und damit eher geringe Sorgen zum Ausdruck bringe. Insbesondere in ihre Datensicherheit und bargeldlose Geldgeschäfte hätten die Befragten in Deutschland wenig Vertrauen. 80 Prozent hätten große Angst vor Datenklau, 73 Prozent fürchteten, dass ihre Kreditkarte ausspioniert werden könnte. Studie: Die Deutschen bangen um ihre Sicherheit weiterlesen →
Datenschützer sowie Medien- und Wirtschaftsvereinigungen haben gegen die Verabschiedung der Novelle des Gesetzes für das Bundeskriminalamt (BKA) durch den Bundestag protestiert. Wieder genehmige sich der Bundesgesetzgeber erst einmal ein Übermaß an Freiheitsbeeinträchtigungen, um dann nach einem Gerichtsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht auf das vom Grundgesetz gerade noch Erlaubte zurechtgestutzt zu werden, beklagt der schleswig-holsteinische Landesdatenschutzbeauftragte Thilo Weichert. Das neue BKA-Gesetz gefährde geradezu die "innere Sicherheit", weil es die Bevölkerung verunsichere und durch den Abbau rechtsstaatlicher Verfahren sowie durch die "Vergeheimdienstlichung der Polizei" die Ausgrenzung von Minderheiten forciere. Dies sei der wahre Treibsatz für Terrorismus.
Heute soll im Bundestag das BKA-Gesetz beschlossen werden, das dem Bundeskriminalamt erweiterte Befugnisse einräumt. Dagegen protestieren nicht nur die Journalistenverbände. Auch die Ärzte sind gegen die Beschneidung ihrer Schweigepflicht, die nur noch für Abgeordnete, Seelsorger und Strafverteidiger gelten soll.
Der Innenausschuss des Bundestags hat den umkämpften Entwurf für die Novelle des Gesetzes für das Bundeskriminalamt (BKA) gestern mit den Stimmen der großen Koalition abgesegnet. Gegen das Votum der Opposition befürworteten Union und SPD dabei die Änderungen, auf die sich die Verhandlungsführer aus den eigenen Reihen vergangene Woche geeinigt hatten. Die in das Vorhaben integrierte Lizenz für das BKA zu heimlichen Online-Durchsuchungen wird so zunächst bis 2020 für einen langen Probelauf festgeschrieben. Zudem soll der Datenschutzbeauftragte der Wiesbadener Polizeibehörde mit über das Aussortieren von Inhalten wachen, die den an sich absolut geschützten Kernbereich privater Lebensführung berühren. Dieser Kompromiss wird selbst innerhalb von Ermittlerkreisen als nicht verfassungsgemäß angesehen.
Momentan wird sowohl im Rahmen der Sprechstunden unseres a-i3-Beratungstelefons als auch in Internetforen von Onlineverkäufern (Private wie Unternehmer) wiederholt von folgender, aktueller Vorgehensweise der Phisher berichtet: Die Täter verschaffen sich zunächst – zumeist ebenfalls unter Einsatz von Phishingmethoden – die Zugangsdaten zu dem Account eines bei einer Online-Handelsplattform (bspw. eBay) registrierten, bereits als vertrauenswürdig eingestuften Mitglieds. Dann schließen sie über dieses Account Kaufverträge über zumeist hochpreisige Ware (Warenwert ab etwa 6.500,- Euro aufwärts), oftmals mittels der "Sofort kaufen"-Option, ab. Den Kaufpreis überweisen sie dann schnellstmöglich direkt vom Bankkonto eines unbeteiligten Dritten, dessen Onlinebanking-Zugangsdaten und TAN ebenfalls mittels Phishing erlangt wurden. Den Onlineverkäufer bitten sie per E-Mail, die Ware an eine andere als die im Verkaufssystem hinterlegte Adresse zu versenden. >>
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat eindringlich Nachbesserungen am überarbeiteten Entwurf der großen Koalition für die Novelle des Gesetzes für das Bundeskriminalamt (BKA) gefordert. Das jetzige Papier berücksichtige die Einwendungen nicht ausreichend. Vor allem wegen den halbgaren Kompromissen bei der heimlichen Online-Durchsuchung habe das Vorhaben vor dem Bundesverfassungsgericht "keine Chance", prophezeite der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt. Damit werde sich das Gesetz in eine lange Reihe von Sicherheitsgesetzen stellen, die in Karlsruhe gescheitert sind oder korrigiert wurden. Dies habe fatale Auswirkungen auf das Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung.
Jörg Ziercke, der Chef des Bundeskriminalamtes, hat auf einer Tagung von Sicherheitsexperten in Nürnberg den von der Koalition gefundenen Kompromiss beim BKA-Gesetz begrüßt. Mit der Verabschiedung durch den Bundestag voraussichtlich am 12. November sei nunmehr der Weg frei, in wenigen herausragenden Fällen die Festplatten von Verdächtigen so zu durchsuchen, dass eine etwaige Verschlüsselung der Daten unwirksam werde. Einem generellen Kryptographieverbot erteilte Ziercke hingegen eine Absage. Dies sei weltweit nicht durchzusetzen und widerspreche zudem der Kryptostrategie der Bundesregierung.
Die große Koalition hat sich nach zähen Verhandlungen auf die umstrittene Novelle des Gesetzes für das Bundeskriminalamt (BKA) verständigt. Die präventiven Befugnisse der Wiesbadener Polizeibehörde zur Terrorabwehr werden demnach stark ausgebaut. Neben Kompetenzen etwa zur bundesweiten Rasterfahndung, zur "vorsorglichen" Telekommunikationsüberwachung nebst dem Abhören von Internet-Telefonie direkt vor oder nach einer Verschlüsselung, zur Abfrage von Verbindungs- und Standortdaten oder zum Einsatz des großen Lausch- und Spähangriffs mit Mini-Kameras und Mikrofonen enthält das umfangreiche Vorhaben auch die Lizenz für heimliche Online-Durchsuchungen. Weg frei für bundesweite heimliche Online-Durchsuchung weiterlesen →
Dem aktuell umtriebigsten Banking-Trojaner Sinowal alias Torpig soll es in den vergangenen sechs Monaten gelungen sein, Login-Daten von mehr als hunderttausend Konten auszuspähen, wie das RSA FraudAction Research Lab herausgefunden haben will. Sinowal gilt unter Virenspezialisten als ein hoch entwickelter Trojaner für Windows, der neben Daten für Bankkonten auch Kreditkartendaten und FTP-Accounts ausspäht. In den vergangenen drei Jahren soll es den Autoren des Schädlings mit verschiedenen Varianten von Sinowal gelungen sein, die Daten von mehr als 300.000 verschiedenen Konten mitzulesen und an eine Datenbank zu versenden.
Mit immer mehr Raffinesse spähen Computerkriminelle sensible Daten von Bürgern aus. Wie die deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet hat das Bundeskriminalamt (BKA) festgestellt, dass es die Täter im Internet vermehrt auf vollständige digitale Indentitäten abgesehen haben, zu denen sie immer neue Möglichkeiten des Missbrauchs suchen. Das BKA deshalb rät Computernutzern zur peniblen Trennung zwischen Internet-Surfen und sensiblen Vorgängen wie etwa dem Führen von Online-Konten: "Am besten benutzen Sie zwei voneinander getrennte Betriebssysteme – eines fürs Online-Banking und ein anderes fürs Surfen", äußerte sich BKA-Chef Ziercke gegenüber dpa. Beim Geldabheben solle man den Türöffner möglichst mit einer anderen Karte bedienen als den Geldautomaten.